Ecocool zählt zu den deutschen Marktführern für temperaturgeführte Verpackungen. Ein Hauptabnehmer ist die Pharmaindustrie, die verstärkt auf die Nachhaltigkeit der Verpackungs-Produkte schaut.
Der Firmenname ist Programm, seit 25 Jahren ist Ecocool – Hersteller für maßgeschneiderte Verpackungslösungen für den Transport von Produkten, die empfindlich auf Temperaturschwankungen reagieren – erfolgreich am globalen Markt tätig. Im Jahr 2015 hat Dr. Florian Siedenburg das mittelständische Unternehmen mit aktuell rund 100 Mitarbeiter*innen von seinem Vater übernommen. Das Produktportfolio wächst in 2025 weiter, der Fokus liegt immer mehr auf der Recyclingfähigkeit von Verpackungsmaterialien.
Das Unternehmen Ecocool, begrifflich zusammengesetzt aus Öko und kühl, wurde 1999 von Heinrich Siedenburg und Ulf C. Abbes gegründet. Schon im selben Jahr konnten die Unternehmer mit ihren innovativen Verpackungs- und Isolierkonzepten den Bremerhavener Gründerpreis gewinnen. Seitdem kommt es für Ecocool auf die richtige Temperatur an. Die Kunden kommen heute überwiegend aus dem Pharmabereich mit Branchenriesen wie Bayer, Sanofi, Boehringer und vielen anderen. Weitere Kunden kommen aus dem Online-Lebensmittelhandel und generell aus Branchen, die temperaturempfindliche Produkte herstellen.
Das Prinzip damals wie heute lautet schnellste Verfügbarkeit, optimale Qualität und geringe Logistikkosten. „Von Beginn an war uns klar, dass wir als Teil der Logistikkette mit schnellen, effizienten und passgenauen Lösungen im Sinne unserer Kunden handeln müssen“, erklärt Firmenchef Florian Siedenburg.
Stabiles Wachstum mit erweiterten (recyclefähigen) Produktportfolios
Während zu Beginn die unternehmerische Heimat in den früheren Packhallen in Bremerhaven war, wurde 2015 im Fischereihafen-Süd die neue Produktionsstätte eingeweiht. Mit der Corona-Zeit und gestiegenen Ansprüchen an Online-Versendungen und „fast delivery“ konnte das Ecocool-Team die Umsätze deutlich steigern. „Wir waren in dieser Zeit die Profiteure“, so Siedenburg. Die sich anschließende und immer noch andauernde Wirtschaftskrise und allgemeine Kostensteigerungen haben auch bei Ecocool für eine vorübergehende Delle gesorgt. Mittlerweile habe man sich wieder konsolidiert, freut sich Siedenburg. Der Inhaber kündigt für 2025 erweiterte Produkt-Portfolios an und die Aussicht auf ein stabiles Mitarbeiterteam.
Am Firmenstandort im Fischereihafen (Bohmsiel) werden u.a. Thermohauben nach Maß geschneidert, sowie Kühlelemente und diverse Isolierverpackungen für den gesamten Kundenstamm hergestellt. Ecocool gehört zu den mittelständisch aufgestellten Betrieben, gefertigt wird zu großem Teilen manuell und mit Hilfe moderner Maschinen in mehreren Produktionsschritten. Siedenburg: „Wir können damit auch geringer qualifizierten Arbeitskräften eine berufliche Chance bieten.“
„In 2015 waren wir auch dank der guten Unterstützung der BIS mit Rat, Tat (und Fördermitteln) in der Lage, unseren Produktionsstandort aufzubauen und zu erweitern“, erzählt Siedenburg. Zum Frühjahr 2022 wurden weitere rund 2.000 Quadratmeter an Produktions- und Bürofläche in Nachbarschaft zum Firmensitz neu bezogen. Dass das geklappt hat, lag laut Siedenburg einerseits an der Ansiedlung von DHL und Deutsche Post in der Nachbarschaft und die dadurch realisierte Infrastruktur in Form weiterer Stichstraßen. Auch hier habe die BIS seinerzeit schnell und unkompliziert auf unseren Wunsch nach Expansion regiert und den Kontakt zu dem verantwortlichen Immobilienprojektentwickler hergestellt, so Siedenburg weiter. Mit zwei zusätzlichen Außenstandorten und -lägern werde somit auf mittlerweile weit über 4.000 qm Quadratmetern überdachter Fläche gearbeitet.
Coole, nachhaltige Verpackungen
Bereits seit gut vier Jahren kooperiert das Team Siedenburg als Premium-Vertriebspartner mit der Firma Fresh!packing aus Elsfleth und vertreibt mit „Innobag“ und „Innobox“ zwei Kühlboxverpackungen für E-Food-Logistik, die aus Zellstoff aus dem Papierrecycling produziert werden. Zum Einsatz kommen dabei laut Siedenburg 100 Prozent nachhaltige Rohstoffe und das darüber hinaus Logistik optimiert durch flachliegende Anlieferung.
Dr. Florian Siedenburg: „Die Innobox als Alternative zur herkömmlichen Styroporbox wird beim Transport frischer Lebensmittel eingesetzt und hat eine hervorragende Umweltbilanz. Sie ist komplett recycelbar, ihr Rohstoff ist darüber hinaus nachwachsend.“
Siedenburg zur Firmenphilosophie: „Uns prägt das ökologische und ressourcenschonende Handeln für alle Unternehmensbereiche. Wir arbeiten stetig daran, unser Portfolio um nachhaltige Produktinnovationen zu erweitern, wobei wir unsere Prozessstrukturen darauf ausrichten,
möglichst ressourceneffizient zu arbeiten. Seit 2018 betreiben wir eine Photovoltaik-Anlage mit 99 kWp Leistung auf unserer Produktionshalle und auf der neuen, gemieteten Halle ist ebenfalls eine PV-Anlage mit 89 kWp installiert.
Um den eigenen CO2 Ausstoß weiter zu reduzieren gehen wir zudem innovative Wege: Seit diesem Jahr arbeiten wir mit dem Bremer Start-Up Flexality zusammen, welches uns eine strompreisoptimierte Steuerung unseres TK-Lagers bereitstellt, welche hilft, den Stromverbrauch an die Verfügbarkeit von erneuerbar hergestelltem Strom anzupassen. Zum Januar 2025 werden wir zudem Kältespeicher im Kühlhaus einbauen, um die Temperaturschwankungen in dem Kühlhaus zu reduzieren und so den eigenen Stromverbrauch weiter zu senken.“
Eine der aktuell größten Herausforderungen sei der Kundenwunsch nach mehr Nachhaltigkeit in der Verpackungskultur, weiß Siedenburg. Schon ab 2018 habe man ein Produkt aus Recyclingvlies im Programm. Für 2025 werde man darüber hinaus Verpackungen aus Maisstärke einsetzen. Der Hauptvorteil dieser bereits in den USA gängigen Verpackungen sei eine vergleichsweise hervorragende Isolation.
Im Vergleich zu allen anderen bislang getesteten nachhaltigen Lösungen überzeugte dieses Material am stärksten. So konnte laut Siedenburg diese neue Verpackung eine um 9 Prozent bessere Isolierleistung aufweisen als eine gleichdicke Styroporbox. Darüber hinaus ist das Material sehr entsorgungsfreundlich. Es lasse sich beispielsweise unter fließendem Wasser auflösen, man kann es auch in der Biotonne kompostieren. Selbst die thermische Verwertung (Verbrennungsanlage) zeige eine gute Umweltbilanz, da während der Verbrennung nur das CO2 freigesetzt wird, welches in der Biomasse gespeichert ist und die freigesetzte Energie entweder als Strom oder Fernwärme genutzt wird.



